Klinische Studien über Astaxanthin

Astaxanthin und Augen

An der Hokkaido University Graduate School of Medicine untersuchte man die entzündungshemmende Wirkung von Astaxanthin auf die Augen von Ratten. Die Forscher riefen eine Uveitis hervor (Entzündung des inneren Auges, die Iris eingeschlossen) und stellten einen dosisabhängigen, entzündungshemmenden Effekt durch reduzierte Mengen an NO, PGE-2 und TNF-α mittels Enzymhemmung fest. Die Erkenntnisse, dass Astaxanthin Entzündungen der Augen lindern kann und wie es dabei vorgeht, ist deshalb von Bedeutung, weil Entzündungen die eigentliche Ursache verschiedener Augenleiden sind.

Ohgami et al. 2003.


Astaxanthin und Herz

C-reaktives Protein (CRP) wird von Wissenschaftlern als verlässlicherer Indikator für Herzkrankheiten angesehen als Cholesterin. Wenn der Körper eine Entzündung aufweist, produzieren die Leber und die Koronararterien CRP und geben es an das Blut ab. Im Jahre 2006 wurde in einer klinischen Studie die Wirkung von natürlichem Astaxanthin auf CRP-Blutspiegel untersucht. Diese Untersuchung führte das Health Research and Studies Center in Kalifornien durch, ein unabhängiges Forschungsunternehmen, das auf ‚Klinische Studien zu Naturstoffen spezialisiert ist. Die Studie leitete Gene Spiller, PhD. Dr. Spiller hatte bereits früher Studien zu natürlichem Astaxanthin durchgeführt. In dieser Untersuchung über acht Wochen machten 25 Probanden mit. Davon bekamen 16 natürliches Astaxanthin und neun erhielten Plazebo. Die CRP-Spiegel im Blut wurden zu Beginn und am Ende der Studie bestimmt. Die Ergebnisse waren sehr positiv: Bei der Astaxanthin-Gruppe wurde eine Verringerung des CRP um 20,7% gemessen. Die Plazebo-Gruppe verzeichnete hingegen einen Anstieg der CRP-Werte . Die Forscher kamen so zu dem Ergebnis : Astaxanthin kann das Risiko für Herzkrankheiten senken .

Spiller et al. 2006a.


Astaxanthin und Arthritis

Eine Untersuchung per Fragebogen unter 247 Verwendern von Astaxanthin zeigte, dass über 80% derjenigen, die über Rückenschmerzen klagten und Symptome einer Osteoarthritis bzw. rheumatoiden Arthritis hatten, von einer Besserung durch Astaxanthin berichteten. Eine Ergänzung mit Astaxanthin zeigte ebenfalls Verbesserungen bei Asthma und Prostatavergrößerung. Alle diese Leiden gehen mit Entzündungen und Schädigungen durch freie Radikale einher.

Guerin et al. 2002


Astaxanthin und Sport

Andrew Fry, PhD, Professor und Direktor am biochemischen Labor für Leibesübungen an der Universität von Memphis, untersuchte mit einer klinischen Studie, ob natürliches Astaxanthin Sport treibenden Personen helfen kann, die in den Tagen nach anstrengenden Aktivitäten üblicherweise auftretenden schmerzenden Gelenke und Muskeln zu überwinden. Er rekrutierte 20 junge Männer, die regelmäßig mit Gewichten trainierten, da diese Sportler häufig mit schmerzenden Gelenken zu tun haben. Diese Studie lief nur über drei Wochen, eine relativ kurze Zeitdauer, in Anbetracht der Eigenschaft des Astaxanthins, sich im Körper im Laufe einer längeren Einnahmedauer zu akkumulieren. Daher nimmt die Wirksamkeit mit der Dauer der Einnahme in der Regel zu. Die Teilnehmer wurden zu anstrengenden Beinübungen auf einer Maschine für Widerstandstraining verpflichtet. Die Plazebo-Gruppe erlebte deutliche Gelenkschmerzen in den Knien und dies sowohl direkt nach dem Training als auch noch zehn, 24 und 48 Stunden danach. Bemerkenswert war der Vergleich mit den Teilnehmern der Astaxanthin-Gruppe: Diese zeigten überhaupt keine Zunahme an Gelenkschmerzen in den Knien. Die Studie zeigte eine komplette Verhinderung von Gelenkschmerzen nach Krafttraining mit der geringen Dosierung von täglich 4 mg natürlichen Astaxanthins.

Fry, A. 2001


Astaxanthin und Krebs

Tanaka fand heraus, dass Astaxanthin Mäuse vor chemisch induziertem Blasenkrebs schützt und bei Ratten das Risiko für chemisch induzierte Tumore in der Mundhöhle senkte und dabei wirksamer als Beta-Carotin war. Zudem hemmte Astaxanthin signifikant karzinogen induzierten Dickdarmkrebs bei Ratten und verzögerte die Progression von Brustkrebs bei Mäusen mit einer stärken Wirkung als Beta-Carotin und Canthaxanthin.

Tanaka,T, et al:

(1)   Chemoprevention of mouse urinary bladder carcinogenesis by the naturally occurring carotenoid astaxanthin. Carcinogenesis 1994;15:15–19.

(2)   Chemoprevention of rat oral carcinogenesis by naturally occurring xanthophylls, astaxanthin and canthaxanthin. Cancer Res. 1995;55:4059–4064.

(3)   Suppression of azomethane-induced rat colon carcinogenesis by dietary administration of naturally occurring xanthophylls astaxanthin and canthaxanthin during the postinitiation phase. Carcinogenesis 1995;16:2957–2963.

Laut Kurihara wurde im Tierversuch nachgewiesen, dass Astaxanthin die stressinduzierte Unterdrückung der NK-Zellen (natürlichen Killerzellen) mindert, wodurch Tumorzellen wirksamer beseitigt werden.

Kurihara H, et al: Contribution of the antioxidative property of astaxanthin to its protective effect on the promotion of cancer metastasis in mice treated with restraint stress. Life Sci. 2002;70:2509–2520.

Untermauert werden die positiven Ergebnisse zur Wirkung von Astaxanthin auch durch andere Wissenschaftler. Bertram, Jewell und Jyonouchi führten voneinander unabhängige Studien durch. Danach beruht die krebshemmende Wirkung von Astaxanthin auf (1) dessen antioxidativer und entzündungshemmender Wirkung, (2) der verbesserten Kommunikation zwischen Zellen über sogenannte gap-junctions (Verbindungen zwischen den Zellmembranen tierischer Zellen, die den Transport bestimmter Moleküle zwischen benachbarten Zellen ermöglichen), (3) der Aktivierung von Phase-1-Enzymen in Leber, Lunge und Nieren, die dazu beitragen, Karzinogene unschädlich zu machen, (4) der Aktivierung eines Tumorsuppressorgens und (5) der Modulation der Immunantwort gegen Tumorzellen.

Bertram JS: Carotenoids and gene regulation. Nutr Rev. 1999;57:182–191.

Jewell C, et al: Effect of dietary supplementation with carotenoids on xenobiotic metabolizing enzymes in the liver, lung, kidney and small intestine of the rat. Br J Nutr. 1999;81:235–242.

Jyonouchi H, et al: Antitumor activity of astaxanthin and its mode of action. Nutr Cancer 2000;36:59–65.


Astaxanthin und Gelenke

Dr. Spiller vom Health Research and Studies Center führte mit Patienten, die am so genannten Tennisarm leiden, eine Studie durch. Beim “Tennisarm” sind Sehnen bzw. Sehnenansätze am Ellenbogen entzündet. Folgen dieses Leidens sind der Rückgang an Greifkraft und Schmerzen, wenn man etwas greift. Dr. Spiller überprüfte den Effekt einer Ergänzung mit natürlichem Astaxanthin auf die Greifkraft von Tennisarm-Patienten. Diese Studie umfasste 33 Probanden, mit der Astaxanthin- (21 Teilnehmer) bzw. der Plazebo-Gruppe (12 Teilnehmer). Die Greifkraft wurde zu Beginn und am Ende der achtwöchigen Studie gemessen. Nach acht Wochen zeigte die Astaxanthin-Gruppe eine bemerkenswerte durchschnittliche Verbesserung der Greifkraft um 93%, während die Schmerzzustände nach Selbsteinschätzung abnahmen. Die Folgerung : Astaxanthin kann helfen entzündliche Gelenkerkrankungen zu lindern

Spiller et al. 2006b


Astaxanthin und rheumatoide Arthritis

Dr. Nir und Dr. Spiller führten eine sehr vielversprechende achtwöchigen klinische Studie mit Patienten mit rheumatoider Arthritis durch. Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunkrankheit bei der das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Diese Krankheit ist viel schwieriger zu behandeln als Osteoarthritis. Es ist eine chronische Krankheit, die zerstörerisch ist und Betroffene sogar verkrüppeln kann. Viele traditionelle Therapien sind erfolglos. Bei der Studie wirkten 21 Probanden mit, davon erhielten 14 Astaxanthin und 7 ein Plazebo. Als Bewertungskriterien wurden zu Beginn, zur Mitte und am Ende der Studie Schmerzen und die Zufriedenheit, wie gut tägliche Aktivitäten verrichtet werden können, gemessen. Die Ergebnisse zeigten am Ende der Studie einen signifikanten Unterschied, sowohl in den Schmerz- als auch in den Zufriedenheits-Werten zwischen der Behandlungs- und der Plazebo-Gruppe. Die Werte für Schmerzen verringerten sich in der Astaxanthin-Gruppe nach vier Wochen um ca. 10% und um mehr als 35% nach acht Wochen. Die Schmerz-Werte für die Plazebo-Gruppe blieben relativ konstant. Die von den Probanden selbst eingeschätzten Zufriedenheits-Werte waren in der Astaxanthin-Gruppe nach vier Wochen um 15% und um mehr als 40% nach acht Wochen angestiegen.

Nir and Spiller, 2002b