Studien über die Wirkung von Spirulina
Spirulina und Blutfettwerte
Zur Bewertung der Wirkung von Spirulina auf den Lipidstoffwechsel, der Leistungsfähigkeit als Oxidationshemmer und der Immunfunktion bei älteren Koreanern wurde eine Interventionsstudie durchgeführt. Sechs Männer und sechs Frauen im Alter von 60 bis 75 Jahren erhielten 24 Wochen lang je 7,5 g Spirulina Nahrungsergänzung pro Tag. Vor Beginn und während des Interventionszeitraums wurden neben der Nahrungsaufnahme auch anthropometrische und biochemische Parameter gemessen sowie der Plasmalipidpegel, der Antioxidansstatus und die Immunfunktion bewertet. Der Gesundheitszustand der Probanden war vor ihrer Teilnahme an der Studie relativ gut. Ihre Nahrungsaufnahme war zufrieden stellend, und die anthropometrischen Werte und der Plasmanährstoffpegel lagen im normalen Bereich. Die Spirulina-Ergänzung über 24 Wochen hatte keine Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme und der anthropometrischen Werte zur Folge. Es wurden jedoch beträchtliche Veränderungen in den Blutlipidprofilen, der Oxidationshemmfähigkeit und bei Immunindices festgestellt. Die Plasmakonzentrationen von Triglyzeriden, der Gesamtgehalt an Cholesterol und an Lipoproteincholesterol niedriger Dichte nahm nach vier Wochen Einnahme der Ergänzungspräparate ab.
Die Oxidationshemmfähigkeit verbesserte sich, wie im zunehmenden Gesamt-Antioxidansstatus und der Abnahme der mit Thiobarbitursäure reagierenden Substanzen dargestellt Mit der Zunahme der Vermehrungsrate der peripheren Lymphozyten und des Plasma C3-Spiegels wurde auch eine verbesserte Immunfunktion festgestellt. Bei den oben genannten Wirkungen der Spirulinaergänzung gab es keinen Unterschied zwischen Probanden mit mäßigem hypercholesterolämischem (Cholesterol >200 mg/dl) und denen mit normocholesterolanämischem Cholesterol <200 mg/dl). Diese Studie beweist, dass sich Spirulina als Nahrungsergänzung bei ernäh- rungsphysiologisch anfälligen Gruppen zur Verbesserung des Ernährungs- und Gesundheitszustands und zur Vermeidung chronischer Erkrankungen wie Hyperlipidämie oder durch Oxidation verursachte Erkrankungen einsetzen lässt. Weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind erforderlich.
Kim-WhaYoung; Park-JiYea; Kim-WY; Park-JY; Abteilung Nahrungsmittel der Ewha Womans University, Seoul, Republik Korea.
Cholesterolsenkende Wirkung von Spirulina
Die Wirkung von Spirulina auf Serumlipide wurde an 30 gesunden Männern mit geringfügiger Hyperlipämie oder geringem Bluthochdruck untersucht. Die Probanden erhielten 8 Wochen lang 4,2 g Spirulina täglich bzw. erhielten nur die ersten 4 Wochen Spirulina. Das gesamte Serumcholesterol nahm unter Spirulina drastisch ab; nach Abbruch der Behandlung ging der Wert wieder auf das Ausgangsniveau zurück. Die Senkung war bei hypercholesterolämischen Probanden und bei denjenigen, die große Mengen Cholesterol zu sich nahmen, ausgeprägter. Obwohl Lipoproteincholesterol bei hoher Dichte keine signifikanten Veränderungen zeigte, wurde ein leichter Anstieg beobachtet. Es traten keine Änderungen des Serumtriglyzerids oder Körpergewichts und keine nachteiligen Wirkungen auf.
Nakaya,-N; Homma,-Y; Goto,-Y; 1st Department of Internal Medicine, Tokai University, 1-2-5 Yoyogi, Shibuyaku, Tokyo 151, Japan. In vivo-Studie.
Spirulina und Diät
Ein Mann und 15 Frauen im Alter von 18 bis 64 Jahren mit einem mittleren Körpermasseindex von 30,5 ñ 5,2, die mindestens 3 Monate lang eine Abnahmediät befolgt hatten, erhielten für 2 Zeiträume von 4 Wochen dreimal täglich 14 Spirulinatabletten vor den Mahlzeiten bzw. ein Placebo. Jede Spirulinatablette enthielt 200 mg Spirulina, die Placebotablette enthielt Spinatpulver. In der Zeit der Placeboeinnahme betrug der durchschnittliche Gewichtsverlust 0,7 ñ 0,4 kg und während der 4-wöchigen Einnahme von Spirulina betrug der Gewichtsverlust 1.4 ñ 0.4 kg. Die klinischen und biochemischen Werte wurden durch Spirulina nicht beeinträchtigt.
Becker,- EW; Jakober,-B; Luft,-D; Schmulling,- RM; Inst. Chemische Pflanzenphysiologie der Univ., Corrensstr. 41, 7400 Tübingen, Bundesrepublik Deutschland. Nutrition-Reports-International. 1986, 33: 4, 565-574; 15 ref. Doppelblind-Kreuzstudie.
Antivirale Wirkung von Spirulina
Ein wässriger Extrakt der blaugrünen Fadenalge Arthrospira platensis (früher als Spirulina platensis bezeichnet) hemmte die Vermehrung von HIV-1 in menschlichen T-Zellenlinien, Mononukleärzellen im peripheren Blut (PBMC) sowie Langerhanszellen (LC). Extraktkonzentrationen zwischen 0,3 und 1,2 mug/ml senkten die Virenproduktion um ca. 50% (50% effektive Konzentration (EC50)) in PBMCs. Die Konzentration des Extrakts für eine 50%ige Hemmung (IC50) des PBMC-Wachstums lag zwischen 0,8 und 3,1 mg/ml. Je nach verwendetem Zellentyp lagen die therapeutischen Indices zwischen 200 und 6000. Der Extrakt deaktivierte die HIV-1-Anfälligkeit direkt bei einer Vorinkubation mit Viren vor Zugabe zu den menschlichen T-Zellenlinien. Die Fraktionierung des Extrakts ließ eine Virenabwehrtätigkeit in der Polysacharidfraktion sowie in einer Fraktion mit extrem geringem Anteil an Polysachariden und Tanninen erkennen. Wir schließen daraus, dass wässrige Extrakte aus A. platensis antiretrovirale Aktivitäten entfalten, die möglicherweise von klinischem Interesse sind.
Ayehunie-Seyoum; Belay-Amha; Baba-Timothy-W; Ruprecht -Ruth-M; Dana-Farber Cancer Inst., Harvard Med. Sch., Lab. Viral Pathogenesis, 44 Binney Street, Boston, MA 02115, USA. In vivo-Studie.
Spirulina und Immunsystem
Zur Wirkung von Spirulina als Immunmodulator: Es wurde eine zur Anreicherung der Diät mit Protein und Vitaminen verwendete blaugrüne Alge untersucht. Es wurden die Wirkungen von Spirulina (als gesundheitsfördernde Ergänzung in Form von Trockenpulver) auf die Sekretion von 3 Zytokinen (Interleukin -1beta (IL-1beta), Interleukin- 4 (IL4) und Interferongamma (IFN) aus unstimulierten und stimulierten mononukleären periphären Blutzellen (PMBC) untersucht; die PMBC wurden 72 h lang mit Verdünnungen von 1:4 und 1:8 Spirolina in Anwesenheit und Abwesenheit von 20 mug/ml Phytohämagglutin (PHA) behandelt. Der Cytokinspiegel wurde jeweils mit ELISA gemessen. Bei ruhenden PMCB stimulierte Spirulina die Sekretion von IL-1beta, IL-4 und INT bis jeweils das 2,0, 3,3 und 13,6 fache Grundniveau. Der von Spirulina erzeugte IFN-Spiegel (229 plus/minus 104 pg/ml) ist den nach PHA-Stimulation erzielten Werten vergleichbar (476 plus/minus 121 pg/ml). Die von Spirulina erzeugten IL-4-Werte waren jedoch weitaus niedriger als die von PHA bewirkten Werte (0,34 plus/minus 0,1 bzw. 13,1 plus/minus 6,9 pg/ml). Bei PHA-stimulierten Zellen erhöhte Spirulina die Sekretion von IL-1beta, IL-4 und INT um jeweils das 2,9, 4,0 und 1,6 fache. Daraus folgt, dass Spirulina ein potenter Inducer von IFN und ein moderater Stimulator von IL-4 und IL-1 beta ist.
Mao-TK; Water-J-van-de; Gershwin-ME; Correspondence (Reprint) address, M. E. Gershwin, Div. of Rheumatology, Allergy and Clinical Immunol., Sch. of Med., Univ. of California, Davis, CA 95616, USA. Email: megershwin@ucdavis.edu. In vivo-Studie.
Spirulina und Stärkung des Immunsystems
Diese Forschungsarbeit beschreibt die Identifizierung von drei Polysacharidpräparaten von hohem Molekulargewicht, die aus zum Verzehr bestimmten Mikroalgen mit starker Aktivierungsfähigkeit für menschliche Monozyten /makrophagen isoliert wurden: Immulina aus S. platensis, immunon aus A. flos-aquae und immurella aus C. pyrenoidosa. Diese Polysacharide sind kompliziert aufgebaut und haben jeweils ein geschätztes Molekulargewicht von mehr als zehn Millionen Dalton. Alle drei Polysacharide waren gut wasserlöslich und umfassten zwischen 0,5 und 2,0% des Mikroalgentrockengewichts. Die immunstimulierende Aktivität wurde mithilfe eines transkriptionsfaktorbasierten Biotests für die Aktivierung des Nuklearfaktors kappa B in THP-1 menschlichen Monozyten/ Makrophagen gemessen. Mithilfe dieses Systems lagen die EC50-Werte für diese Polysacharide aus Mikroalgen zwischen 20 und 110 ng/ml (ca. 10pM). Die THP-1-Aktivierung wurde durch Messung der Immunzytokin mRNA-Induktion unter Verwendung der umgekehrten Transkriptase-Polimerase- Kettenreaktion bestätigt. Jedes Polysacharid erhöhte wesentlich den mRNA-Spiegel von Interleukin-1 beta und den Tumornekrosefaktor Alpha. Diese Polysacharide waren bei der In-vitro-Monozytenaktivierung zwischen einhundert bis eintausend Mal aktiver als die Polysacharidpräparate, die gegenwärtig klinisch für die Krebsimmuntherapie verwendet werden.
Pugh-N; Ross-SA; ElSohly-HN; ElSohly-MA; Pasco-DS; Nationales Zentrum für Naturproduktforschung, 40 Forschungsinstitut der pharmazeutischen Wissenschaften, Pharmazieschule, Universität Mississippi, MS 38677, USA. In vivo-Studie.
Spirulina und Allergie
Wir haben die Wirkungen von Spirulina platensis (SPP) in Pulverform auf anaphylaktische Reaktionen untersucht. SPP in Dosierungen von 0,5 und 1,0 mg/g Körpergewicht (BW) hemmte zu 100% einen durch eine 48/80-Mischung hervorgerufenen anaphylaktischen Schock. SPP hemmte erheblich den durch die Mischung 48/80 bewirkten Serumhistaminspiegel bei Ratten. SPP (0,5 mg/g BW) hemmte zu 68,7% die durch Antidinitrophenyl (DNP) IgE aktivierte passive Hautanaphylaxie. Je nach Dosierung hemmte SPP die Histaminfreisetzung aus den peritonealen Mastzellen der Ratte (RPMC) durch die Verbindung 48/80. Darüber hinaus hatte SPP eine beachtliche Wirkung auf die Histaminfreisetzung durch Anti-DNP IgE oder die Produktion 41 von Tumor-Nekrose-Faktor Alpha. Aus diesen Ergebnissen lässt sich schließen, dass SPP möglicherweise Verbindungen enthält, die die Degranulation in den Mastzellen der Ratte hemmen.
Yang-H-N; Lee-E-H; Kim-HM; Dep. Oriental Pharmacy, College Pharmacy, Wonkwang Univ., Iksan, Chonbuk 570-749, South Korea. In vivo-Studie.
Spirulina und Krebs
Ein Extrakt aus Spirulina-Dunaliellaalgen verhinderte bei dreimal wöchentlicher lokaler Anwendung einer 0,1%igen Lösung von 7,12-Dimethylbenz[a]-Anthracen (DMBA) in Mineralöl über einen Zeitraum von 28 Wochen die Tumorentwicklung in den Backentaschen von Hamstern. Das Algenextrakt wurde dreimal pro Woche über den Mund in fortgesetzten Dosen von 140 mug in 0,4 ml Mineralöl eingebracht. Nach 28 Wochen hatten die Hamster, die das Trägermittel ohne weitere Behandlung erhalten hatten, stark entwickelte Tumore in der rechten Backentasche. Bei den mit Canthaxanthin behandelten Hamstern waren die Anzahl und Größe der Tumore im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich geringer. Bei den Hamstern, die mit Beta-Carotin gefüttert worden waren, war die Reduzierung der Anzahl und Größe der Tumore nicht so stark, aber immer noch deutlich. Bei den mit Algen behandelten Hamstern fehlten die großen Tumore völlig. Bei den mikroskopischen Schnitten der Backentasche der Algengruppe gab es jedoch lokalisierte Bereiche von Dysplasie und in Zerstörung befindlichen örtlichen Karzinomen im Frühstadium
Schwartz,-J; Shklar,- G; Reid,-S; Trickler,-D; Department of Oral Medicine and Oral Pathology (Abteilung für Oralmedizin und Oralpathologie, Harvard School of Dental Medicine, Boston, MA 02115, USA. In vivo-Studie.
Schwartz, G. Shklar, et al. 1988. Harvard School of Dental Medicine. Pub. in Nutrition and Cancer 11, 127- 134. 1988. USA.
Spirulina und Tumorzellen
Das Polysacharid von Spirulina in einer Konzentration von 200 mg/kg kann die Vermehrung von aszitischen Hepatomzellen von Mäusen hemmen. Es kann die Inkorporation von H-Thymidin, H-Uridin und H-Leucin in die DNA, RNA und die Proteinsynthese von Sarkom 180 und aszitischen Hepatomzellen wärend eines Zeitraums von 24 h nach in-vitro-Kontakt hemmen. Der Grad der Hemmung nimmt mit Verlängerung der Inkubationszeit zu. Das Polisacharid von Spirulina kann die DNA-Synthese von Sarkom 180 und aszitischen Hepatomzellen hemmen. Der Mechanismus der Hemmung gehört zur DNA-Stoffwechselstörung.
von Lisheng, et al. 1991. Erschienen in Marine Sciences, Qingdao, N.5. pp 33- 38. China.
Spirulina und Schwermetalle
Eine Gruppe von Ratten erhielt 30 Tage lang Blei (100 ppm) in doppelt deionisiertem Wasser. Die anderen Gruppen erhielten über einen ähnlichen Zeitraum Blei in Verbindung mit exogenen Antioxidansen wie Vitamin E (50 IU/kg), Vitamin C [Askorbinsäure] (800 mg/kg) oder Spirulina (1.500 mg/kg) im Futter. Bei den behandelten Ratten wurde der Gehalt an Lipidperoxidationsprodukten wie Malondialdehyd, konjugiertes Dien und Hydroperoxid in der Leber, der Lunge und den Nieren bestimmt. Bei den mit Blei behandelten Tieren war es zu einem signifikanten Anstieg des Gehalts an diesen lipidperoxidativen Produkten gekommen. Die Verabreichung von exogenen Antioxidansen an die mit Blei behandelten Tiere senkte den Gehalt an Malondialdehyd, konjugiertem Dien und Hydroperoxid. Das deutete darauf hin, dass Vitamin E, Vitamin C [Askorbinsäure] und Spirulina eine signifikante (P <0,001) Antioxidantionsaktivität besaßen und die Tiere dadurch vor der toxischen Wirkung des Bleis schützten.
Khera-A; Balaraman- R; Abteilung Pharmazie, Fakultät Technik und Engineering, M S – Universität Baroda, Kalabhavan, Baroda 390.001, Indien. In vivo-Studie.
Spirulina und Verdauungssystem
An 50 erwachsenen weiblichen Wilstar-Ratten wurde die Wirkung von trockener Biomasse von S. platensis (orale Verabreichung von jeweils 2 g/ täglich) bei der Vernarbung akuter Magengeschwüre unter- 43 sucht. Bei 75-80% der Versuchstiere wurden durch 40-stündiges Fasten, wobei die Tiere zweimal Kältestress ausgesetzt wurden (3h bei 13°C an 2 Tagen) Magengeschwürläsionen erzeugt. Nach 1, 4, 7, 10, 15 und 20 Behandlungstagen wurden 4-5 Tiere jeder Gruppe geopfert und die Anzahl, Lokalisation, Abmessungen und Erscheinungsform der Magenschleimhautläsionen protokolliert. Nach 20 Tagen waren bei den mit Spirulina behandelten Tieren 100% der Läsionen vernarbt, wohingegen es bei 38% der Tiere der Kontrollgruppe zu hämorrhagischer Geschwürbildung gekommen war. Die histologische Untersuchung der Magenwandfragmente mit den Läsionen bestätigte die makroskopischen Daten.
Petrescu-Raianu- A; Barbu-L; Popovici-E; Stanca-D; Popovici- G; Institut für Biologie, Splaiul Independentei 296, Bukarest, Rumänien. Revue-Roumaine-de-Biologie.-Serie- de-Biologie-Animale. 1995, 40: 2, 117-122; 20 ref. In vivo-Studie.